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Let’s talk mental health

Already in spring and even more during fall the term „mental health“ has been around as a public health concern. There are probably differences from country to country but here in Scotland there is an awareness of it to be an issue and it’s ok to talk about. However, there is generally talk about anxiety and worries about finances and health. Yet there are more causes for deteriorating mental health.


This year has been though for all of us who are single. Let me make something clear first: I’m fine with being single. I have a fulfilled life and do not need or want any pity for it. That’s not the point. Though, what happened when the pandemic hit? Social distancing rules were put in place which basically meant: If you are single and live on your own, please keep about 2 meters distance from everyone else. Wouldn’t that leave us as the group who is the least likely to put anyone else at risk because we’re not close to anyone? Yet again, not the point.


During lockdown in spring I had at least two friends with whom I broke the rules. We would not only meet for a walk in the park or a chat but also hug each other. Sure moving country in September didn’t help my situation. Here I don’t have anyone with whom I can break the rules. I’m sure though that there are many out there who can relate and know what I’m talking about. Let me put it like this: The last time someone touched me was on 23rd September on the morning I left Berlin and a friend hugged my goodbye. That’s almost three months with no physical contact. If you do that to a baby it dies. But apparently we can do that to grown-ups without concern!


The lack of social interaction and the absence of any physical touch leads to a deteriorating mental health. The effects of it are more like a lack of vitamins or vitally important minerals for your body. It’s only after a while that you start to realize that something is wrong and you’re not functioning as you’re supposed to. Your resilience is weakening. You find yourself crying with no apparent reason. Sure, other people in the world suffer worse through this crisis. Trust me, I see that and I dread the long term effects this pandemic has on countries with less resilient economies. This helps to keep perspective and be grateful for the things I can be grateful for. Yet it doesn’t make things easier though.


There would be an easy solution to my mental health struggles: give me a hug a day, or better three. No, that’s not going to happen anytime soon. The only thing that is left for me to do is writing this blog post. Experience has taught me that you’re never alone struggling with such issues and it makes a difference to know that.


Here’s to everyone who feels the same: You’re not alone! Don’t beat yourself up but allow your tears. (I’m preaching this to myself.) Do yourself some good, talk about it and never allow anyone to look down on you for it. Our soul has a deficiency and that is weakening us. This may sound cheasy: As winter will eventually turn into spring, this season will pass and that is our hope.

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Warum es sich zu kämpfen lohnt

Wenn man sich intensiv mit Themen wie Menschenhandel und moderne Sklaverei auseinandersetzt, kann es echt überwältigend werden. Vor ein paar Jahren war ich an einem Punkt, wo ich nach Sinn und Motivation gesucht habe und den folgenden Text schrieb. Er ist ein ehrliches Ringen mit den harten Fragen, mit denen ich konfrontiert war.

Arme, schwache, hilf-& schutzlose Menschen werden von anderen schamlos ausgenutzt, versklavt, ausgebeutet und am Ende einfach weggeworfen. Einfach so, weil es möglich ist. Weil man damit Geld machen kann. Weil man mit etwas Skrupellosigkeit Millionen verdienen kann. Was ist schon ein Menschenleben wert? Wen interessieren Menschenrechte, wenn es um Massenproduktion und große Gewinne geht? Da ist eine Nachfrage, die befriedigt werden will. Eine Nachfrage, die eben nicht nachfragt. Wir sind diese Nachfrage. Wir modernen Menschen in den westlichen Gesellschaften. Wir wollen noch mehr: mehr Luxus, mehr Komfort, mehr Wohlstand und das Ganze am liebsten kostenlos. Uns interessiert vor allem unser eigener Geldbeutel und was wir damit aller kaufen können. Wer fragt schon nach dem eigentlichen Preis?

Wir wollen die neuste Technologie und so günstig wie möglich. Weil ohne geht es ja nicht. Nein, ohne Smartphone komme auch ich nicht mehr klar im Großstadtdschungel Berlin. Keine Chance pünktlich von A nach B zu kommen ohne die bewährte App. Und dann suchen wir die billigste Variante, damit wir dabei sein können. Interessiert es uns, dass für das Coltan in unserem Smartphone vielleicht Menschen gestorben sind? Ein Kind tagelang unter prekären Bedingungen geschuftet hat, statt in der Schule zu sitzen? Kann es uns überhaupt interessieren? Wie sollen wir denn mit dem Wissen umgehen?

Ja, wir können aufstehen. Wir können uns engagieren, Aktivist werden und uns beherzt in den Kampf gegen die moderne Sklaverei stürzen. Wir können denen, die leiden und ausgebeutet werden eine Stimme verleihen, auf ihr Schicksal aufmerksam machen. Wir können uns gegen dieses System der Ausbeutung zu Wehr setzen und unsere Macht als Konsumenten und Teil einer demokratischen Gesellschaft nutzen. Wir können kämpfen für die, die nicht kämpfen können, aber auch für eine Gesellschaft, für die wir uns nicht zu schämen brauchen. Wir können kämpfen für eine bessere und gerechtere Welt. Es ist ein Kampf, den wir eigentlich nicht für uns führen, sondern für die nachkommende Generation. Und dafür lohnt es sich wahrscheinlich auch zu kämpfen. Aber können wir diesen Kampf überhaupt gewinnen?

Wie viele Generationen haben vor uns schon für eine bessere Welt gekämpft? Ein Blick auf die Weltgeschichte deutet an, dass es sich immer wieder gelohnt hat. Dem Transatlantischen Sklavenhandel wurde im 19. Jahrhundert ein Ende gesetzt. Auch die brutale Kolonialisierung anderer Kontinente nahm ein Ende und man fing sogar an, sich um freundschaftliche Beziehungen zu bemühen. Die Nationalsozialisten wurden am Ende entmachtet und Europa erholte sich nach 6 Jahren Krieg erstaunlich schnell wieder. Über Jahrhunderte hinweg wurden Kinder ihrer Kindheit beraubt, weil sie arbeiten mussten, um ihrer Familie aus der Not zu helfen. Das ist heute nicht anders. Das Einzige, was sich geändert hat, ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, an der wir so vieles neu bemessen, auch wenn wir sie überhaupt nicht konsequent anwenden. Wir unterscheiden nach wie vor, ob Betroffene von Menschenrechtsverletzungen zu unserer eigenen Gruppe gehören oder nicht. Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Das schrieb der Prediger schon vor fast 3000 Jahren.

Das ist genau der springende Punkt: Die Menschheit hat schon so viel durchgemacht und sich von so vielen Krisen wieder erholt. Ja, die Welt gerät aktuell mal wieder gewaltig aus den Fugen und wir wissen nicht, was auf uns zu kommt und wie lange das noch weiter geht. Und genau darum lohnt es sich, für eine bessere Welt zu kämpfen! Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt und darin liegt die Hoffnung. Vielleicht lohnt es sich ja wirklich. Vielleicht schaffen wir es, der nächsten Generation etwas Besseres zu hinterlassen. Vielleicht verändert unsere Arbeit ja einige Menschenleben zum Besseren. Vielleicht können wir einige wenige retten. Wenn wir nicht die Perspektive behalten, dass jeder zählt und sich jedes einzelne Menschenleben lohnt, dann sind wir wirklich der Verzweiflung ausgeliefert.

Niemand hat je gesagt, dass der Weg einfach wird, aber Jesus hat uns versprochen, dass sich die Nachfolge lohnen wird. Es ist in Ordnung zu weinen, schreien und wütend zu sein, wenn uns die Ungerechtigkeit in dieser Welt überwältigt. Wenn wir nicht mehr mitfühlen, können wir nicht mehr weiterkämpfen. Die wichtigste Erkenntnis ist jedoch, dass wir die Last dieser Welt nicht alleine zu tragen haben. Das ist menschlich nicht möglich. Das kann nur Gott und das schafft er schon erfolgreich seit Anbeginn der Zeit.